Im Religionsunterricht den Glauben entdecken
Im Oktober 2012 startet in Salzburg ein neuer Studiengang „Beruf: Religionslehrer/in“

25 Frauen bereiten sich derzeit an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein (KPH) in Salzburg auf ihren Beruf als Religionslehrerinnen vor. „Religion zu unterrichten ist heutzutage eine große Aufgabe, vor allem in Hinblick auf die Situation der Kirche in der Öffentlichkeit“, sagt Werner Pernjak, Fachbereichsleiter für die Ausbildung am Institut für Religionspädagogik. Einerseits warte auf die Lehrer die Herausforderung, andererseits sei es spannend, jungen Menschen eine Plattform für Lebensfragen zu bieten. „In der Religionsstunde sollen die Schüler lernen, ihren Glauben kritisch zu hinterfragen“, betont Pernjak. Im Oktober 2012 startet ein neuer Studiengang „Beruf: Religionslehrer/in“.

Praxisorientierte Ausbildung

Die Ausbildung zum Religionslehrer ist berufsbegleitend und dauert vier Jahre, die Absolventen erhalten den Bachelor of Education (BEd) für das Lehramt Katholische Religion an Pflichtschulen. Gleich zu Beginn werden die Studierenden mit Praxis im Unterricht konfrontiert. „Die ersten drei Semester sind die Frauen und Männer in der Volksschule, im 4., 5., 6. und 7. Semester folgt die Praxis in den Hauptschulen“, erklärt Pernjak. Die Studierenden hospitieren zunächst, jedoch dürfen sie schon bald eigenverantwortlich den Unterricht gestalten. Die angehenden Religionslehrer werden während der Praxiszeit begleitet.

Voraussetzung für die Ausbildung ist die Matura bzw. eine abgelegte Studienberechtigungsprüfung. Angesprochen sind alle Frauen und Männer, die sich für religiöse Fragen interessieren und zum Teil schon Erfahrungen in der Pfarre sammeln konnten, z.B. bei der Erstkommunionvorbereitung oder in Sozialkreisen. „Die Religionslehrer sollen den Kindern und Jugendlichen einen Weg weisen mit christlichem Hintergrund und die Botschaft Jesu verkünden.“ Dabei gehöre es dazu, dass die Pädagogen fähig sind, sich mit Kritik an der Kirche auseinanderzusetzen. Eine Aufgabe der Religionslehrer sei dann, den Jugendlichen ein breites Bild von Kirche als Gemeinschaft von Glaubenden aufzuzeigen. „Die Anliegen der Schüler müssen ernst genommen werden“, sagt Werner Pernjak. Der Religionsunterricht biete die Chance, auf „Entdeckungsreise" zu gehen und dem Glauben auf die Spur zu kommen.

Besonders spannend werde es, wenn die Teenager beginnen, sich mit ihrer Identität auseinanderzusetzen. „Zu diesem Zeitpunkt tauchen Fragen in Bezug auf Religion und Glaube häufig auf“, weiß der ehemalige Religionslehrer aus eigener Erfahrung. Pädagogen seien wichtige Begleiter auf der Suche nach Antworten.

Informationstag am 14. März
Wer sich für den Beruf Religionslehrer interessiert, kann sich am Mittwoch, 14. März, von 10 bis 16 Uhr im Borromäum Salzburg, über die Ausbildung informieren. Es gibt unter anderem die Möglichkeit, an Vorlesungen teilzunehmen.
Näheres unter: www.kph-es.at