Kein Lernen ohne Beziehung


 

 

Günter Funke ermutigt 500 katholische Lehrer zur Wertschätzung der Kinder

SALZBURG (eds/wk – 28. 2. 2011) / Einen klaren Auftrag gab der deutsche Theologe und Existenzanlaytiker 500 Lehrerinnen und Lehrern aus katholischen Privatschulen heute mit: „Ohne Beziehung, ohne Begegnung und Wertschätzung ist kein Lernen möglich. Daher sollten Sie auch an Ihren Schulen die Wertordnung verändern“. Funke war Referent beim Fortbildungstag der katholischen Privatschulen der Erzdiözese Salzburg im Festsaal des ORG St. Ursula.

Günter Funke wies darauf hin, dass er seit 25 Jahren mit dem Thema „Personale Pädagogik“ unterwegs sei. Das wichtigste in jeder Pädagogik seien die Menschen. „Sie als Lehrkraft sind für den Geist in ihrer Klasse verantwortlich, die Klasse ist Ihr Königreich“. Wesentliches wie das sinnvolle Lernen, Glaube und Liebe, sei nicht objektivierbar oder messbar. Wertvolles Lernen entfalte sich nur in der personalen Begegnung, betonte der Referent. „Jedes Kind soll in Würde, Vertrauen und Begeisterung lernen können“, sagte er. Gerade katholische Privatschulen müssten darauf wert legen.

Der Mensch tue nichts lieber als lernen, das zeige die Neurobiologie. Nicht das „Müssen“ solle im Vordergrund stehen, sondern das „Wollen“. „Und wo es um Werte geht, da ist auch ein Wollen“, stellte Günter Funke fest. Schule habe die Aufgabe, die Kinder als Personen wertzuschätzen, nicht wegen ihrer Fähigkeiten. „Gerade die, die man nicht mag, muss man am meisten wertschätzen“, forderte der Theologe. Wenn jemand persönlich berührt wird, dann lerne er am leichtesten. Und Lernen schaffe innere Begeisterung, das sei die Motivation fürs Weiterlernen. „Wer Bildung will, muss Beziehung fördern“.

Laut Funke brauche ein Kind, das etwas gelernt hat, nur mitfühlendes Interesse. „Das ist Ihre Hausaufgabe, nehmen Sie die Wertschätzung ernst“, appellierte er an die Lehrer. Auch Gott habe sich durch nichts von der Beziehung zu den Menschen abhalten lassen, nicht einmal durch den Tod, betonte der Theologe. Erzbischof Alois Kothgasser dankte Günter Funke für seine grundsätzlichen Gedanken, „denn Religion ist Beziehung oder sie ist nicht Religion“. Der Erzbischof ermutigte die Pädagogen, ihr „Riesenpotential“ für Gegenwart und Zukunft der Kinder zu nützen.