Freie Arbeit

Biologie

Was ist Freie Arbeit?

Unter „Freier Arbeit“ verstehen wir alle Arbeitsformen, die es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihrem Alter und der Zielsetzung entsprechend, in offenen Arbeitsformen Bildungsplan- bzw. Lehrplaninhalte in relativer Freiheit zu bearbeiten. Im Marchtaler Plan wird die Freie Arbeit als „Freie Stillarbeit“ und „Freie Studien“ bezeichnet. Die relative Freiheit, die den Einzelnen zugetraut wird, orientiert sich vorrangig an deren Fähigkeiten und Vermögen, da mit höheren Freiheitsgraden entsprechend mehr Verantwortung übertragen wird. Auf dem Weg zu immer selbständigerem Tun erhalten die Kinder und Jugendlichen angemessene Begleitung und Führung. Diese Freiheiten können das Arbeitsthema, die Arbeits- und Zeiteinteilung, die Sozialform (Einzelarbeit, Partnerarbeit, …) sowie die Wahl des Arbeitsplatzes beinhalten. Sie stehen in Relation zu der angebotenen Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten, zum Verhältnis von Pflichtaufgaben zu frei zu wählenden Aufgaben bzw. von Basis- zu
Erweiterungsaufgaben.

Warum?

Im Zentrum des pädagogischen Anspruchs der Freien Arbeit steht die Entwicklung der Persönlichkeit der jungen Menschen, die Einübung verantworteter Freiheit und die Erweiterung sozialer Kompetenz sowie die Selbsttätigkeit beim Erwerb von Fertigkeiten und Kenntnissen durch eigenverantwortliches Arbeiten und Handeln. In diesen Arbeitsformen wird der Aufbau einer positiven Lern- und
Arbeitshaltung nachhaltig gefördert. Formen freien Lernens und Arbeitens sind im Blick auf den jungen Menschen und dessen Entwicklung ein unverzichtbares Element für das praktische Einüben eines verantwortlichen Gebrauchs von Freiheit.  Die Begründungen dafür ergeben sich aus der christlich- ganzheitlichen Sicht des Menschen, aus den modernen Erkenntnissen der Erziehungswissenschaft und der Lernforschung und aus den Konventionen für Kinder- und Menschenrechte.

Wann?

Da für Kinder und Jugendliche ein ritualisierter Tages- und Wochenrhythmus besonders wichtig ist, sind die Stunden Freier Arbeit als fixe Wocheneinheiten vorzusehen und finden möglichst täglich statt.

Wer?

Im Bereich der Elementarpädagogik und in der Volksschule ist die Gruppenleiterin/der Gruppenleiter oder die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer für die Organisation der Freien Arbeit zuständig. Ab der fünften Schulstufe verteilen sich die Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Freien Arbeit stehen auf die Fachlehrkräfte. Die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer übernimmt zumindest eine koordinierende Rolle.  Während der Freien Arbeit begleitet die Pädagogin/der Pädagoge die Lernenden auf ihrem Weg des selbstorganisierten und selbstverantworteten Arbeitens und Lernens. Dabei leistet sie/er motivierend und beratend Hilfestellung im Sinne des Prinzips „Hilf mir, es selbst zu tun“ und sorgt für eine ungestörte Arbeitsatmosphäre.  Neben der Bereitstellung der Materialien sorgen die Pädagoginnen/Pädagogen für unterstützende Rahmenbedingungen: z. B. Planungs- und Reservierungssystem im Arbeitsraum, Methoden der Hilfestellung, Ablagesystem für unfertige und fertig bearbeitete Materialien und Zeitrahmen der Dokumentation der Arbeit durch die Kinder und Jugendlichen.

Inhalte/Kompetenzen

Grundlage der Freien Arbeit sind die Inhalte bzw. die zu erwartenden Kompetenzen des jeweils gültigen Lehrplans/Bildungsplans.

Methoden

Die Kinder und Jugendlichen bearbeiten in den ersten Jahren Unterrichtsinhalte in einer vorbereiteten Umgebung mit Hilfe eines Arbeitsplanes oder bereitgestellter Arbeitsmaterialien.

 
Vorbereitung:
Freies Arbeiten erfordert eine gründliche  Einführung. Ein klar strukturierterDeutsch Krimibaukasten Ordnungsrahmen hilft den Kindern und Jugendlichen beim Erwerben folgender Kompetenzen:    

  • Kennenlernen der Lern- und Forschungsräume    
  • Festigung und Anwendung von im Morgenkreis erworbener Kompetenzen, wie z.B. Regeln einhalten, Rücksichtnahme, Stille, Konzentrationsfähigkeit, reflektiertes Verhalten  
  • Methodenkompetenz (Formulieren eigener Lernziele, sinnerfassendes Lesen, Lesen von Arbeitsaufträgen, Einhaltung formaler Vorgaben, Umgang mit unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten, Dokumentation des Arbeitsprozesses, Kontrolle der Arbeit, …)      
  • lösungsorientierte Handhabung des Aufgabenmaterials 

 
Lernumgebung und Materialien:
Für die „Polarisation der Aufmerksamkeit“ ist eine Atmosphäre der Stille und Konzentration sowie eine vorbereitete Lernumgebung unverzichtbar.  Die Ausstattung der Unterrichtsumgebung hängt stark von der inhaltlichen Zielsetzung und der Altersgruppe ab. Durch geeignete Materialien und angemessene, kompetenzorientierte Aufgabenstellungen wird die Verbindung zu den Inhalten und Themen des Fachunterrichts hergestellt.  Einzelne Materialien bieten dabei Gelegenheiten zu „vertiefendem Verweilen“. Inhaltlich miteinander verbundene oder aufeinander aufbauende Materialien sind im Interesse von zielgerichtetem und nachhaltigem Lernen zu bevorzugen.
 
Die Art der verwendeten Materialien wandelt sich gemäß der Altersstufe der Kinder von den spielerischen zu kognitiv komplexeren Arbeitsmaterialien. Um die Eigenverantwortlichkeit zu fördern, wird der Selbstkontrolle und Selbsteinschätzung ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Intentionen der angebotenen Materialien (haptische Materialien, digital unterstützte Lernprogramme u. ähnliches):  

  • Erschließung neuer Inhalte  
  • Übung von Gelerntem    
  • Wiederholung, Festigung und Vertiefung von Inhalten 

Dabei ist der Erschließung neuer Inhalte Vorrang einzuräumen, da diese Aufgaben dem jungen Menschen das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten in besonderem Maße signalisieren und damit das Selbstvertrauen stärken.  Von Beginn an sollten Schülerinnen/Schüler die Erfahrung machen, dass es Pflichten gibt, die in einem bestimmten Zeitraum zu erfüllen sind. Gleichzeitig ist der Freiheit der Lernenden, selbst gewählten Arbeiten
nachzugehen, ausreichend Raum zu geben.  Unterstützend können den Kindern und Jugendlichen individuell angepasste, der Heterogenität/Diversität entsprechende Arbeitspläne, mit Kennzeichnung von Pflicht- und Wahlaufgaben, Laufzettel, Wochenpläne  etc. zur Verfügung gestellt werden.  
In höheren Klassen geht Freie Arbeit bei unveränderter Zielsetzung in die Freien Studien (FS) über. Dort sollen sich Schülerinnen/Schüler zunehmend Themenfelder selbstständig in Zielrichtung Vorwissenschaftliche Arbeit bzw. DiplomarbeitGlücksrad Wissen festigen
erschließen. Durch Recherchetätigkeit in Bibliotheken, Archiven oder virtuellen Medien, durch Befragungen und durch eigenständiges Experimentieren – auch außerhalb der Schule – entfalten sie immer mehr Kreativität, gestalten Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess zunehmend eigenständig und verantworten ihn in seinem Verlauf und seinem Ergebnis. Unterschiedliche methodische Zugänge zu freien Arbeitsformen (Lernatelier, Value and Knowledge Education, Projektarbeit, …) sind möglich, müssen aber im Kontext des gesamten pädagogischen Ansatzes eingesetzt werden.

Dokumentation und Reflexion/ Feedback

Besonders im Elementar- und Vorschulbereich wird die Reflexion von der Pädagogin/dem Pädagogen geleitet. Sie/er beobachtet das Kind bei dessen Tun und reflektiert gemeinsam mit dem Kind die Übungen. Rückmeldungen sind wertschätzend formuliert und enthalten hilfreiche Tipps oder Vorschläge zur Unterstützung des Lernfortschrittes der Kinder und Jugendlichen.  Als Hilfe für die Dokumentation des eigenen Arbeitsprozesses hat sich bewährt, dass Schülerinnen/Schüler ein kurzes Protokoll anfertigen, das unter dem jeweiligen Datum Angaben zu den bearbeiteten Aufgaben enthält.  In einem Lerntagebuch notieren die Lernenden am Ende der Unterrichtssequenz ihr
neu erworbenes Wissen und ihre Erkenntnisse. Dabei wird die individuell erbrachte Leistung reflektiert. Das konsequent geführte Lerntagebuch dient als qualifizierte Grundlage für Gespräche mit den Schülerinnen/Schülern und deren Eltern und kann als Instrument der Lerndiagnostik herangezogen werden.

Paletti - Formenlehre in der Fremdsprache Englisch


Downloads

Gummispannspiel Vorlage (105 KB)

Faltblume - Bastelanleitung (78,5 KB)

Füße - Morgenkreis (95 KB)

Labyrinth (1,80 MB)

Gitterfeldkarten Vorlage